Selbstexperiment: Roadtrip durch Irland

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Abflug

Abflug

 
Auf meinem Weg zum mutigen Ich...

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, warum du Dinge, die du gerne tun möchtest, nicht tust?

Ich habe mich eingehend mit dieser Frage beschäftigt. Ich bin zu dem Schluss gelangt, dass wir für diese Dinge fast immer Mut benötigen. Wir müssen aus unserer Komfortzone raus und ein gewisses Risiko eingehen. Oft genug ist dieses Risiko subjektiv in unserer Gefühlswelt groß, doch objektiv betrachtet recht klein. Das ändert aber nichts daran, dass uns dieses unbehagliche Gefühl der Unsicherheit daran hindert, unsere Träume zu leben.

Seit vielen, vielen Jahren wollte ich durch Irland reisen. Und habe es nicht getan. Aber dieses Jahr wollte ich nicht länger zögern. Da beschäftige ich mich eingehend mit dem Thema Mut und sollte es nicht wagen Irland zu erkunden? Meine Theorie besagt, dass mein Mut wächst, indem ich mutig handle. Im Alltag hatte ich diese Strategie bereits vielfach erfolgreich angewandt. Nun wurde es Zeit für ein größeres Projekt. Irland also.

 

Irland also! Sofort befielen mich diffuse Ängste...

Meine Zweifel & Ängste...

  • Ich habe noch nie einen Mietwagen gebucht. Was, wenn ich dabei über’s Ohr gehauen werde?
  • Wie soll ich im Linksverkehr zurechtkommen?
  • Wie soll ich eine Reiseroute zusammenstellen? Ich habe das noch nie gemacht.
  • Was, wenn ich es nicht schaffe, rechtzeitig zurückzukommen und meinen Rückflug verpasse?
  • Ich bin noch nie ganz allein gereist. Schaffe ich das überhaupt?

Ich gebe zu, ich fühlte mich überfordert. Ich beschloss, einen Zwischenschritt einzulegen. Ich buchte kurzerhand eine „harmlose“ Bus-Badereise nach Kroatien. Ohne Begleitung. Ich wollte testen, ob ich fähig war, allein unterwegs zu sein. Die Reise verlief problemfrei und machte mir Spaß. Mein Selbstvertrauen stieg. Genau das hatte ich gebraucht. Also weiter mit dem Irland-Projekt.

Nun erhielt ich überraschend einen Anruf. Eine Freundin, die ich lange nicht gesehen hatte, wollte wissen, ob ich Lust hätte, gemeinsam mit ihr Urlaub zu machen. JA! Und zwar in Irland! Ihr gefiel die Irland-Idee sofort.

Es war ein herrliches Gefühl! Zu zweit, ja zu zweit würde die Sache schon klappen...

Mitte August war es dann soweit: Unser Flieger landete in Dublin. Mit in meinem Gepäck: Mein Mut-Tagebuch. Jeden Tag wollte ich eine kleine mutige Handlung absolvieren. Am Flughafen erwartete uns die erste Überraschung: Es war die Hölle los. Bei mir begann sich langsam aber sicher eine Migräne abzuzeichnen. Mittlerweile wurde es finster. Es dauerte geschlagene 4 Stunden, bis wir unseren Mietwagen in Empfang nehmen konnten.

Dann die nächste Überraschung...

Das von uns gebuchte Modell war vergriffen. Wir erhielten ein sattes Upgrade. WAS? Ich sollte mit einem riesigen BMW, in einem fremden Land auf kleinen Landstraßen im Linksverkehr fahren? Ich war heilfroh, dass meine Freundin die erste Fahrt übernahm. Spät nach Mitternacht und nach einigen Irrfahrten durch das irische Hinterland, landeten wir erschöpft, aber stolz in unserer ersten Airbnb-Unterkunft.

Der nächste Morgen begrüßte uns mit wunderschönem, sanften Sonnenschein und sattem irischen Grün in allen Schattierungen.

 

Nachdem wir unseren Automatik-BMW und das Hightech-Navy gebändigt hatten, waren wir on our way. Was für ein herrlich aufregendes Gefühl, dieses tolle Auto quer durch ein fremdes, wunderschönes Land zu fahren. Plötzlich war ich sehr zufrieden über das unvorhergesehene Upgrade… Jeden Tag fuhren wir ein Stück weiter nach Norden, schliefen bei irischen Landsleuten, erlebten Überraschungen und meisterten all die kleinen Hürden, die sich auf solch einem Road-Trip auftun. Nach 3 Tagen im hohen Norden Irlands fuhren wir an der Coastal Route zurück bis nach Dublin. Am nächsten Abend befand ich mich wieder in meiner Wohnung in Graz. Es waren nur 9 Tage vergangen. Aber mir erschien es, als hätte ich ein großes Stück Weg zu meinem persönlichen mutigen Ich geschafft.

Und das waren meine kleinen mutigen Taten...

(und in Klammer warum ich dazu Überwindung benötigte)
  • Beim Hinflug gleich mit Irin zu plaudern begonnen. (Was, wenn sie nicht mit mir reden will?)
  • Mit einem großen BMW gefahren, in einem fremden Land & bei Linksverkehr (Was, wenn ich den Wagen zu Schrott fahre?)
  • Irischen Busfahrer angesprochen & mit ihm geplaudert. (Der Mann war wirklich attraktiv!)
  • Steifen, älteren irischen Herren gebeten (kindische) Fotos von mir zu machen (Was, wenn ich mich vor dem distinguierten Herren lächerlich machen würde?)
  • Im 4-Sterne-Restaurant beim Teetrinken nach mehr Schokolade gefragt (Was, wenn der Kellner denkt ich wäre gierig?)
    • Mit Spinne im Schlafzimmer geschlafen. (Was, wenn die Spinne zu mir ins Bett kommt?)
    • Hemmungslos für lustige Fotos posiert, so wie es mir gerade eingefallen ist. (Was würden die Passanten nur von mir denken?)

Und das habe ich erlebt, weil ich meine Ängste überwunden habe:

  • Die Irin war total offen & hat uns super Essenstipps gegeben.
  • Ich habe keine Angst mehr vor teuren Autos. Einen BMW zu fahren macht mir richtig Spaß!
  • Mit dem attraktiven Busfahrer entstand ein nettes Gespräch. Wir haben sogar tolle Sightseeing-Tipps bekommen.
  • Der irische Herr hat sich beim Fotografieren sehr bemüht und höfliche Konversation mit mir betrieben! ("You like doggies?")
  • Der Kellner musste lachen & hat mir ziemlich viel Schokolade geschenkt.
    • Falls die Spinne bei mir im Bett war: Ich habe nichts davon bemerkt! Dafür bin ich sofort eingeschlafen, ganz ohne lange Spinnenjagd davor.
    • Wir haben die Leute manchmal mit unseren Posen sogar angesteckt und dadurch viel netten Smalltalk erlebt.
 
 

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